
Gründung/Namensgebung:
Am 20. September 1883 bezogen im Ostviertel der Stadt Aachen die beiden Bataillone des Infanterie Regiments 53 und das Bezirkskommando die neu erbaute Gelbe Kaserne.
Bei einem geselligen Beisammensein Ende 1884 faßten Stammtischbrüder der Gaststätte Scheins (heute befindet sich an dieser Stelle das Haus Elsaßstr. Nr. 53 mit der Sparkasse) den Entschluß, einen Karnevalsverein im Ostviertel zu gründen. Im Februar 1885 fand dort die Gründungsversammlung statt. Da die meisten Mitglieder Bewohner der Elsaßstr. und des oberen Adalbertsteinwegs waren, wurde für die Gesellschaft der Name Lustige Elsässer gewählt, der im Jahre 1918 in den heute bekannten Namen Löstige Elsässer umgewandelt wurde. Als Wahlzeichen wurde das größte und auch imposanteste Gebäude, eben die Gelbe Kaserne auserkoren
Karnevalistische Aktivitäten:
Ein Herr Palm war der 1. Präsident dieser neuen Gesellschaft, wobei nach nunmehr 126 Jahren mit dem heutigen Präsidenten Josef Bonnie der 16. Präsident im Amt ist.
In den damals neu erbauten Stadtvierteln (Frankenberger Viertel – Elsaßviertel) gab es nur zwei große Säle. Um dem Publikumszuspruch gerecht zu werden, veranstalteten die Elsässer damals ihre Sitzungen und Bälle abwechselnd in der Frankenburg und im Kirberichshof.
Seit 1889 nehmen die Elsässer in ununterbrochenen Reihenfolge an den durchgeführten Rosenmontagszügen teil.
Ab 1900 hatten die Elsässer ihr Vereinslokal ins Restaurant „Deutsches Haus“ verlegt, das am 13. Juli 1943 durch Bombardierung zerstört wurde. Damit ging auch leider das gesamte Vereinsinventar verloren.
Zwischen den Kriegen fanden alle Veranstaltungen im Burtscheider Kurhaus statt.
1926 übernahmen die Elsässer ihre 1. karnevalistische Patenschaft bei dem Karnevalskorps „Blau-Weiße Funken“.
1935 wurden für den Elferrat erstmals rote Ornatjacken angeschafft, so daß beim 50 jährigen Jubiläum erstmals die Gesellschaft im Ornat zu sehen war.
Nach der Session 1937 mußte man der politischen Realität folgen und wie viele andere Aachener Karnevalsvereine auch, den Namen ändern, sich zusammenschließen oder gar ganz mit dem Karneval Schluß machen. Die Löstigen Elsässer gaben sich 1938 mit der Genehmigung des Ausschuß Aachener Karneval den Namen „Närrisches Diplomatisches Korps seiner Tollität Prinz Karneval“. Mit diesem imposanten Titel nahm man auch 1939 am Rosenmontagszug mit dem Motto „Eine Bauernhochzeit anno dazumal“ teil. Laut Protokollbuch betrugen die Kosten für diesen Prunkwagen 325 Reichsmark. Für die damalige Zeit eine riesige, nicht aufzubringende Summe, so daß der Kassierer Arnold Braun der Gesellschaft ein Gefährt mit zwei Kühen, passend zum Thema zur Verfügung stellte; Kosten 40 Reichsmark!
Nach der Zerstörung des „Deutschen Hauses“ bezog man kurzzeitig Quartier in der Gaststätte Offermann in der Jakobstr., wo am 10. April 1944 die letzte Versammlung stattfand.
Nach dem Krieg traf man sich erstmals wieder am 9. Oktober 1949 im Lokal Zimmermann, Stolberger Str. 107 zu einer Mitgliederversammlung. Als 1. Aktivität wurde sofort der alte Namen der Gesellschaft wieder angenommen. Der erste Kassenbericht durch Arnold Braun weißt einen Kassenbestand von 16,50 RM auf; 9,50 RM Spenden und 7,00 RM Beiträge, dies war der Grundstock.
1949 wurde im Waldschlösschen auf der Lütticher Str. der 1. Kostümball „mit Knolli und Schabau“ gefeiert.
Ab 1951 fanden alle Veranstaltungen in Richterich im Hirsch statt. Zu dieser Zeit waren die Elsässer so stark, dass sie ein komplettes Bühnenprogramm durch eigene Kräfte gestalten konnten. Genannt seien hier z.B. „Drei, bzw. Vier Latze“, die „Drei Tuppese“, hier spielte unter anderem Franz Schillings, der ehm. Kommandant des Oecher Storm mit, sowie die „Elsässer“.
1952 fand die Standartenweihe der heute noch vorhandenen Standarte mit der Enthüllung durch den Kommandanten der Prinzengarde Ferdi Franchi statt, im gleichen Jahr übernahmen wir die Patenschaft für die Burtscheider Lachtauben, der im Jahre 1953 die Patenschaft für die Öcher Duemjroefe folgte.
Am 13. Februar 1960 fand im Saalbau Kappertz die Jubiläumssitzung zum 75 jährigen Bestehen statt. Im Jahr 1969 bekamen die Elsässer ihre erstes offizielles Tanzmarie, die Tochter des Präsidenten Hans Feldermann, Karin Feldermann tanzte für die Gesellschaft. Unter der Präsidentschaft von Hans Feldermann fanden die Elsässer zum 88 jährigen Jubiläum wieder in ihre Heimat, ins Ostviertel zurück und führten seit dieser Zeit, bis 2001 ihre Veranstaltungen im Jugendheim der Pfarre St. Fronleichnam durch.
1972/73 wurde durch den damaligen Präsidenten Karl Braun und Annemarie Reuter eine der ersten Kindergruppen im Aachener Karneval gegründet.
In den 15 Jahren seiner Amtszeit nahmen die Aktivitäten der Gesellschaft im Ostviertel stetig zu, die Kontakte zur Pfarre und zur Schule wurden vertieft, so daß die Elsässer selbstverständlich den Altar zur Fronleichnamsprozession bauten, wie auch lange Jahre den Martinszug für die Schule und das Viertel organisierten.
Mai- und Oktoberfeste, Fußballturniere und Karnevalskirmes waren nur einige Aktivitäten, die die Elsässer im Ostviertel organisierten.
Seit 1979 ist eine Fußgruppe der ständige Begleiter im Rosenmontagszug.
1982 wurde der Ball der Kinder- und Jugendmariechen, durch den heutigen Ehrenpräsidenten Franz Josef Wahlen und seiner Gattin initiiert, ins Leben gerufen, eine Veranstaltung, die heute nunmehr zweitägig veranstaltet wird und aus dem Aachener Karneval nicht mehr wegzudenken ist; in dieser Session erfolgt die 31. Veranstaltung in ununterbrochener Reihenfolge.
Einige der oben genannten Veranstaltungen werden nicht mehr durchgeführt, andere, wie z.B. ein Ordensfest zu Anfang der Session oder ein Grillfest im Sommer sind dazu gekommen.
Nach wie vor sind die Elsässer ihrem Ostviertel treu geblieben und versuchen mit und für die Bewohner Karneval zu feiern und somit das Brauchtum Karneval nicht aussterben zu lassen.

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